Ist ja nur die Frage, ob man es tatsächlich nicht erklären kann oder man einfach etwas deutlich betonen will. Ich mach nur letzteres. Und Gegenfrage: Warum soll das ausdrücken, dass ich mich schwer verständlich ausdrücke?
Wenn das jemand ständig macht, gebe ich Dir recht.
Was ist aber ansonsten dagegen einzuwenden? Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage, dass derjenige, der die Hypothese aufgestellt hat, ansonsten auch immer "die Hände in den Hosentaschen hat". :D
Anführungszeichen nutze ich oft als Stilmittel, um einem ganz bewusst gewählten Wort einen gewissen Ironie-Touch mitzugeben, quasi als Mimikersatz, nicht, weil mir gerade kein passenderes einfällt.
Ich kann das Zitat schon ein bisschen nachvollziehen. Ich finde auch, dass Anführungszeichen oft nur gesetzt werden, weil demjenigen kein besseres Wort einfällt oder er die Nuance, die am verwendeten Wort nicht passt, nicht durch ein passendes Adjektiv ausdrücken kann. Ist ja auch einfach mal so und nicht weiter schlimm. Aber wenn die "Lösung" (<- harhar) nahe liegt nervts mich ein bisschen.
Ich nutze Anführungszeichen, wenn ich im Kopf ein völlig anderes Konstrukt habe und es für meine Leser so einfach wie möglich ausdrücken möchte oder es wirklich grad nicht besser kann.
In der Therapie nutze ich die Finger-Häckchen auch wenn ich mich schwammig ausdrücke und mir noch nicht sicher bin mit dem was ich sagen möchte...
Ich würde das aber alles gar nicht so negativ behaften wollen. Alles perfekt ausdrücken können wäre glaube ich sehr gruselig.
danke an alle! ich halte meine meinung noch ein bißchen zurück; eine allgemeine info: das zitat ist nicht von mir [und aber ein zitat, daher in anführungszeichen, kreuzbube] und es wurde nicht im gespräch an mich gerichtet, sondern ich las es sinngemäß irgendwo im web. ruediger, ackst du das zitat oder den kommentar über dir?
Das mit den Fingern mache (glaube ich) nie, in Schriftform nutze ich Anführungszeichen häufig. Zum einen, wenn ich das Wort mit besonderer Betonung im Kopf habe (wobei ich dann manchmal auch einfach kursiv schreibe), zum anderen, wenn ich Dinge, die in meinem Kopf sehr viel ausführlicher sind, in einer Kurzform zusammenfasse, weil die Ausführungen sonst zu weitreichend wären.
Manchmal stört's mich bei anderen, wenn der restliche Text keinen Hinweis auf den Zweck der Hervorhebung gibt und es so wirkt als wäre ohne Sinn und Absicht einfach ein beliebiges Wort in Anführungszeichen gesetzt worden.
Wie schon mehrere sinngemäß geschrieben haben, geht es (wie so oft im Leben) wohl um die Verhältnismäßigkeit.
Wenn jemand auch in einem vorbereiteten Vortrag (z.B. Referat auf der Uni) die Finger in der Luft haben muss, weil er sich keine Umschreibung oder ein erklärendes Wort wie "sogenannte(r)..." überlegt hat, ist es meiner Meinung nach eher peinlich; im informellen Gespräch zwischen Freunden dagegen mitunter ein Stilmittel, um z.B. eine auch durch die Stimmlage ausgedrückte Ironie besonders zu betonen.
In schriftlichen Texten sind für mich persönlich, abgesehen von wörtlichen Zitaten (mit doppelten Anführungszeichen), einfache Anführungszeichen auch in wissenschaftlichen Texten wichtig, wenn man etwa einen bekannten, aber nicht ganz unbelasteten oder an dieser Stelle (noch) nicht ausdiskutierten Begriff verwendet - um zu kennzeichnen, dass man diesen Begriff durchaus kritisch sieht, derzeit dafür aber keinen passenden Ersatz hat. Schlimm wird es allerdings dort, wo Anführungszeichen zur reinen Hervorhebung eines komplett ironiefrei gemeinten Begriffes gesetzt werden (ausgedachtes, aber nicht ganz weltfremdes Beispiel: "Kiwis" diese Woche im Angebot).
Ich habe meine Meinung dazu in den letzten Jahren komplett geändert. Ich war immer stolz darauf, sauberstens und reinstes Schriftdeutsch zu schreiben und weitestgehend auch zu sprechen. Ich kann das auch hervorragend.
Inzwischen denke ich aber, es ist eigentlich nur unangemessener pesudointellektueller Dünkel, irgendein Werkzeug der Kommunikation generell zu verdammen. Und nutze, je nach Situation alles, was der Markt hergibt: Anführungszeichen, übertriebene Satzzeichen, Smilies, Anglizismen. In Maßen. Aber in welchen, bestimme ich und keine albernen generellen Regeln.
16 Kommentare:
Ist ja nur die Frage, ob man es tatsächlich nicht erklären kann oder man einfach etwas deutlich betonen will. Ich mach nur letzteres. Und Gegenfrage: Warum soll das ausdrücken, dass ich mich schwer verständlich ausdrücke?
So viel dazu, hahaha.
Wenn das jemand ständig macht, gebe ich Dir recht.
Was ist aber ansonsten dagegen einzuwenden? Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage, dass derjenige, der die Hypothese aufgestellt hat, ansonsten auch immer "die Hände in den Hosentaschen hat". :D
Anführungszeichen nutze ich oft als Stilmittel, um einem ganz bewusst gewählten Wort einen gewissen Ironie-Touch mitzugeben, quasi als Mimikersatz, nicht, weil mir gerade kein passenderes einfällt.
*ack
Ich kann das Zitat schon ein bisschen nachvollziehen. Ich finde auch, dass Anführungszeichen oft nur gesetzt werden, weil demjenigen kein besseres Wort einfällt oder er die Nuance, die am verwendeten Wort nicht passt, nicht durch ein passendes Adjektiv ausdrücken kann. Ist ja auch einfach mal so und nicht weiter schlimm. Aber wenn die "Lösung" (<- harhar) nahe liegt nervts mich ein bisschen.
Ja, ich würde sagen: Stimmt.
Ich nutze Anführungszeichen, wenn ich im Kopf ein völlig anderes Konstrukt habe und es für meine Leser so einfach wie möglich ausdrücken möchte oder es wirklich grad nicht besser kann.
In der Therapie nutze ich die Finger-Häckchen auch wenn ich mich schwammig ausdrücke und mir noch nicht sicher bin mit dem was ich sagen möchte...
Ich würde das aber alles gar nicht so negativ behaften wollen. Alles perfekt ausdrücken können wäre glaube ich sehr gruselig.
Oder haben unaufmerksame / wenig empathische / begriffsstutzige Gesprächspartner.
Der zur Diskussion gestellten Worte sind komplett in Anführungszeichen gesetzt.
danke an alle! ich halte meine meinung noch ein bißchen zurück; eine allgemeine info: das zitat ist nicht von mir [und aber ein zitat, daher in anführungszeichen, kreuzbube] und es wurde nicht im gespräch an mich gerichtet, sondern ich las es sinngemäß irgendwo im web.
ruediger, ackst du das zitat oder den kommentar über dir?
Das mit den Fingern mache (glaube ich) nie, in Schriftform nutze ich Anführungszeichen häufig. Zum einen, wenn ich das Wort mit besonderer Betonung im Kopf habe (wobei ich dann manchmal auch einfach kursiv schreibe), zum anderen, wenn ich Dinge, die in meinem Kopf sehr viel ausführlicher sind, in einer Kurzform zusammenfasse, weil die Ausführungen sonst zu weitreichend wären.
Manchmal stört's mich bei anderen, wenn der restliche Text keinen Hinweis auf den Zweck der Hervorhebung gibt und es so wirkt als wäre ohne Sinn und Absicht einfach ein beliebiges Wort in Anführungszeichen gesetzt worden.
Papa meint: Mimische Anführungszeichen -> ersetzen Sätze!
rebhuhn, das Zitat
Wie schon mehrere sinngemäß geschrieben haben, geht es (wie so oft im Leben) wohl um die Verhältnismäßigkeit.
Wenn jemand auch in einem vorbereiteten Vortrag (z.B. Referat auf der Uni) die Finger in der Luft haben muss, weil er sich keine Umschreibung oder ein erklärendes Wort wie "sogenannte(r)..." überlegt hat, ist es meiner Meinung nach eher peinlich; im informellen Gespräch zwischen Freunden dagegen mitunter ein Stilmittel, um z.B. eine auch durch die Stimmlage ausgedrückte Ironie besonders zu betonen.
In schriftlichen Texten sind für mich persönlich, abgesehen von wörtlichen Zitaten (mit doppelten Anführungszeichen), einfache Anführungszeichen auch in wissenschaftlichen Texten wichtig, wenn man etwa einen bekannten, aber nicht ganz unbelasteten oder an dieser Stelle (noch) nicht ausdiskutierten Begriff verwendet - um zu kennzeichnen, dass man diesen Begriff durchaus kritisch sieht, derzeit dafür aber keinen passenden Ersatz hat. Schlimm wird es allerdings dort, wo Anführungszeichen zur reinen Hervorhebung eines komplett ironiefrei gemeinten Begriffes gesetzt werden (ausgedachtes, aber nicht ganz weltfremdes Beispiel: "Kiwis" diese Woche im Angebot).
Ich habe meine Meinung dazu in den letzten Jahren komplett geändert. Ich war immer stolz darauf, sauberstens und reinstes Schriftdeutsch zu schreiben und weitestgehend auch zu sprechen. Ich kann das auch hervorragend.
Inzwischen denke ich aber, es ist eigentlich nur unangemessener pesudointellektueller Dünkel, irgendein Werkzeug der Kommunikation generell zu verdammen. Und nutze, je nach Situation alles, was der Markt hergibt: Anführungszeichen, übertriebene Satzzeichen, Smilies, Anglizismen. In Maßen. Aber in welchen, bestimme ich und keine albernen generellen Regeln.
Apropos hervorragend: Ich nehme ein n zurück und tausche es gegen ein Komma (oder eine größere Smartphone-Tastatur)
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