Nicht erschrecken, ich mußte mal [hauptsächlich für mich?] festhalten, was ich heute bei und nach dem Bücherkauf so alles dachte...
Ich bin büchergeil, und ich find' Bücher geil. Abgesehen davon ist Lesen so ziemlich die einzige Beschäftigung meines Hirns, die
Wwir seit ~23 Jahren ohne Unterbrechungen durchziehen. Das führt natürlich zu einem nicht ganz unerheblichen Bücherdurchsatz, dem ich in Kindheit und Jugend mit dem Durchlesen aller Jugendbücher in meiner Stadtteilbibliothek begegnete. Dann kam der Erwachsenenteil dran. Und seitdem ich den 'durch', also alles, was mich interessierte, gefressen hatte, kam zum Glück mit dem Internet auch ebay auf. Superbillig an gebrauchtes, aber gut erhaltenes Lesefutter zu gelangen, war auf einmal wieder kein Problem mehr. Gottseidank!
Denn:
Besitzen mußte ich meine Bücher nach der Bibliotheksphase, ganz dringend. Aus unerfindlichen Gründen verspüre ich heute kaltes Grausen bei der Vorstellung, ein gelesenes Buch nicht in meinem Regal zu sehen - es sei denn, ich fand' es furchtbar. Dann darf es gern weiterverkauft oder verschenkt werden. Es geht mir ja eben nicht um repräsentative Gesichtspunkte [mein Haus, mein Auto, meine Bibliothek ;)], sondern um den 'ganz vielleicht noch mal irgendwann wieder lesen können'-Aspekt. Und um liebevolles im Vorbeigehen den Buchrücken mit den Augen streicheln. :)
Leider gibt es aber nun andauernd viele [Unmengen!] neue gute Bücher, und da sind wir auch schon bei der Überschrift angelangt: Wo kaufe ich mir diese neuen, also eben nicht aus zweiter Hand erhältlichen, aber leider doch superduper-haben-wollen Bücher? Also, so als 'guter Mensch', der ich sein möchte, meine ich.
Bis heute dachte ich nämlich irgendwie, das
müßte 'man' in den urigen kleinen alten 'echten' Buchhandlungen machen. Unterstützt das Handwerk und den Einzelhandel usw. etc. pp., geht niemals zu Thalia, und wenn, dann nur zum Gucken, verteufelt amazon für all die guten Sachen [sic] und den schnellen Versand, die Tradition muß gewahrt werden. Auch, wenn Tradition bedeutet, daß ich beinahe sämtliche Vorteile der heutigen Zeit wie Riesenauswahl, superfixen Versand direkt in den Postkasten und ungestörtes Stöbern [!] nicht nutzen kann?!
Heute habe ich mir endlich das 'Nein.' erlaubt.
Ich bin grundsätzlich eine, die
gern den Einzelhandel unterstützt. Ich liebe Haushaltswarenhäuser im alten Stil und kaufe häufig in echten Papierwaren- und Bürogeschäften. Aber das gilt. Nicht. Bei. Büchern. Ich WILL in Ruhe und OHNE kompetente Verkäufer nach Büchern gucken. Ich kann mich ehrlich gar nicht erinnern, wann [ob!] ich überhaupt jemals eine Beratung beim Bücherkauf brauchte/wollte/bekam. Bei Büchern bin ich nämlich selbst sehr kompetent - zumindest, was meinen eigenen Geschmack und die Neuheiten und Schätze in den für mich interessanten [also fast allen ^^] Gebieten sind. Ich WILL 'alle' Bücher zum Anfassen vor mir haben, nicht nur eine Auswahl auf 1oo m², 'den Rest können wir ja innerhalb eines Tages bestellen'. Und falls ich mal Inspiration brauche, suche ich selbst im Internet danach - da bin ich nämlich besser. Und schneller.
Bei allem Respekt
[und eventuell sogar wie Gunter Dueck auf der re:publica über verschwindende Berufe sprach... ]:
Was bleibt mir anderes übrig, als bei
amazon und Thalia zu kaufen?
PS: Lange keinen Artikel mehr so spontan und ungehemmt in die Tasten gehackt. Dabei macht das doch solchen Spaß!1elf