wie schon in den kommentaren zum letzten post vielleicht gesehen, bin ich auf dem rechten ohr taub. das ist so, so lange ich denken kann. als ich ca. 6 jahre alt war, haben meine eltern bemerkt, daß etwas mit meinem gehör nicht stimmt. dann ist das ganze von damals attestierten 30% hörverlust kontinuierlich auf 100% gestiegen.
sie haben vermutet, daß ich otosklerose habe, weil meine tante diese krankheit auch hat und sie erblich ist. dann wurde ich operiert, sogar 3x; das erste mal mit 9 ['ach, man sieht ja noch gar nichts, da ist ja alles viel zu klein' *wiederzumach], das zweite mal ungefähr mit 12 [verknöcherungen weggemacht, trommelfell bei der OP gerissen, mit silikon oder was-weiß-ich wieder geklebt] und das dritte mal mit ca 17 [steigbügel raus, feingoldprotese rein]. ich habe von keiner dieser OPs 'etwas gemerkt'. leider.
immerhin weiß ich jetzt, warum ich als kind immer schlechter im aus-welcher-richtung-kommt-der-zug-raten war als die anderen, und warum mir ein paarmal im sportunterricht beim basketball der ball nach zuruf und verwirrtem umgucken meinerseits voll in die bresche geschlagen ist - adé 3D-gehör.. nix mit dolby surround im kino, nix mit toller anlage zu hause.. und nichts mit orchesterklangqualität. letzteres ist natürlich schade. aber zum glück hindert es mich in keinster weise weder am singen noch am geige spielen :).
lustig ist es nur, wenn jemand rechts neben mir geht oder steht oder von rechts an mich herankommt und ich die person nicht sehe bzw. nicht damit rechne, daß von dort 'ansprache' passiert.. dann wirke ich hyperarrogant und antworte und reagiere einfach mal nicht. hätte auf diese art fast meine letzte beste freundin nicht kennengelernt. etwas schwierig wars auch, als ich an der uni eine übung gehalten habe und die leute bitten mußte, den arm zu heben, wenn sie etwas sagen wollten. anderenfalls wußte ich immer nicht, wer das nun gesagt hatte.. kein richtungsgehör eben.
schlußsatz? gibts nich. ich lebe ganz gut damit und vergesse es immer mal wieder, andere gewöhnen sich an meine linke seite und ans am-ärmel-zupfen von rechts, also prinzipiell alles in ordnung. falls es irgendwann möglich wäre, da noch was zu machen, was eine gute hörfähigkeit wiederherstellen könnte, würd ichs machen. allerdings war ich nach der letzten OP mit einem 24h dauernden schwindel versorgt, der es mir unmöglich machte, den kopf zu heben, auf der seite zu liegen geschweige denn aufzustehen - hallo bettpfanne. war toll. das würd ich gern beim nächsten mal vermeiden.
ps: passend zum thema bettpfanne gibts hier noch ne blogempfehlung: der kackblog. total super :D
5. Juni 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)



8 Kommentare:
Was kann man dazu groß sagen. Ich find's toll, dass ohne Gram damit lebst, anderes wäre für's Leben an sich auch eher hinderlich.
Und vielleicht naht die Heilung ja schneller als man ahnt. :)
Ich höre auf einem Ohr 50% und auf dem anderen 40- war zumindest vor 4 Jahren so, als ich meine ersten Hörgeräte bekam, mittlerweile dürften es noch ein paar Prozent mehr sein.
Allerdings schaffe ich es nicht ganz so gut, mich damit zu arrangieren, es frustet einfach, weil man mit Hörgeräten nie das erreicht, was normales Hören ausmacht.
Es ärgert mich, daß Brillenträger bzw. Sehschwäche ein gesellschaftlich akzeptiertes Phänomen ist, während ich als Hörgeräteträger immer irgendwie in Erklärungsnöten bin *g*. Mal ganz abgesehen davon, was die Zuzahlung bei Hörgeräten angeht. Klar, es gibt welche für 10 Euro, aber genau so ist dann auch die Qualität von den Dingern.
Gute Geräte, die ich in meinem Job brauche, weil ich viel telefonieren muß und reichlich Patienten- und Angehörigenkontakte habe, kosten so von 1000 Euro an aufwärts- natürlich pro Seite...
ABer es gibt keine Alternative, da muß man dann durch.
Schönen Tag wünsch ich dir :)
@Marco
japp :) ich bin bloß irgendwie akut gar nicht so interessiert. ich weiß, daß es die möglichkeit gibt, die hörschnecke (cochlea) zu ersetzen, man aber dann eher wie durch eine blechbüchse hört, weswegen das nur bei ganz kleinen kindern oder bei leuten, die komplett drohen zu ertauben, gemacht wird. mein linkes ohr ist ja top! [110% oder so..] die meisten leute merken es ja auch gar nicht, wenn ich nix sage ;)
@sun_shine930
das problem haben glaube ich alle, die beide ohren betroffen haben. ich persönlich fühle mich so, als ob ich normal hören würde, habe also nur die einschränkung der nicht-ortung von geräuschen. [ist blöd, da erschreckt man sich immer, wenn man etwas lautes und dichtes hört, weil man denkt, es bricht über einen selbst herein :-/]
dir auch noch einen schönen tag! [und willkommen :)]
Ich hab auf dem rechten Ohr auch nicht mehr die vollständige Hörkraft. Vor ein paar Jahren warens mal 60%, keine Ahnung wieviel es jetzt ist. Daher kenn ich das Gefühl auf andere arrogant zu wirken. Genau wie manche Leute schon mal entnervt "Vergiss es!" riefen, wenn ich das Geflüster in der Schule beim dritten Mal immer noch nicht verstanden habe. Lustig ist es dagegen, wenn meine Freundin mir was ins Ohr flüstern will. Sie erwischt nämlich mit erstaunlicher Treffersicherheit auch nach Jahren immer noch das falsche Ohr. :D
@stiller
weißt du denn, was deine schwerhörigkeit verursacht hat? - auf der arbeit gibt es einen kollegen, der auf dem linken ohr vollständig taub ist. da ist es dann lustig, wenn er rechts neben mir sitzt (taub an taub sozusagen ;)) und wir in ner besprechung kurz was erzählen/sagen wollen... beide drehen das äußere ohr nach innen; sieht dann ziemlich merkwürdig aus ;)!
Hatte als Kind oft Mittelohrentzündungen, die wohl auch nicht immer so gut behandelt wurden. Naja, hab irgendwann den HNO-Arzt gewechselt und danach war Ruhe. :) Hatte aber auch schon so Späßchen wie ein Röhrchen im Ohr = Schwimmverbot.
Und warum jetzt Nuss? ;)
Da muss ich an ne Walnuss denken und assoziiere dein Gehrin. Damit ist aber (scheint's) alles in bester Ordnung! *g*
*g in _meiner_ heimat gibts den spruch: 'der/die ist ne taube nuß!' für jemanden, der ein bißchen hohl ist [taub bei nüssen = hohl]. weils so plakativ war, mensch!! :P [und ich vielleicht doch ein bißchen hoAch nö. ^^]
Kommentar veröffentlichen